Was ist eigentlich Empathie?

Empathie „ Das Geheimnis einer Person reizt zu immer neuen und tieferen Versuchen des Verstehens“ (Dilthey) 

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Lebensphilosophen, wie einst Wilhelm Dilthey und Friedrich Nietzsche wussten um die Macht der Empathie und waren auf der Suche sie durch Worte zu beleben und begreifbar zu machen. Empathie als heilsames Werkzeug im Umgang miteinander – auf beruflicher und sozialer Ebene.  Empathie ist sicherlich für viele Menschen ein Begriff. Jedoch wissen wenige, was sich dahinter verbirgt oder was es wirklich bedeutet, emphatisch mit jemanden zu sein. Empathie ist die Fähigkeit, sich in das Denken und die Einstellungen anderer Menschen hineinzuversetzen, um dadurch die Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen des Gegenübers besser zu verstehen und richtig zu interpretieren. Sie steht für Einfühlungsvermögen, welches ein fühlendes und absichtsloses Beobachtung erlaubt. 

In der heutigen Zeit, in der wir die meiste Zeit vor dem Bildschirm verbringen, tiefe Freundschaften gegen oberflächliche Bekanntschaften eintauschen und  Zuhören als anstrengend und Sorgen des Anderen als lästig empfinden, verlieren wir allmählich unser Einfühlungsvermögen für unsere Mitmenschen und verlieren dadurch den Kontakt zu uns selbst. 

Einfühlungsvermögen gehört zu den elementaren „Soft-Skills“.  Wer für die Wünsche, Sorgen und Gefühle anderer Menschen taub ist, wird allgemein als „sozial inkompetent“ wahrgenommen. Wer gut zuhören kann, seine Gesprächspartner respektiert und auf diese einfühlsam eingeht, wird hingegen als sehr sympathischer Mensch erlebt – und zwar nicht nur in der Partnerschaft, sondern auch im Berufsleben. Ein Mangel an Einfühlungsvermögen kommt hingegen in der Wahrnehmung vieler Menschen einem Mangel an Menschlichkeit gleich. 

Der Größte Wunsch eines Menschen ist es verstanden und angenommen zu werden. Das bedeutet nicht, dass ich alles gut heißen muss, wie der Andere denkt, fühlt und handelt. Es heißt auch nicht die Gefühle, Gedanken und Aussagen des Gesprächpartners aus eigener Sichtweise zu bewerten und zu beurteilen. Vielmehr ist es das Verstehen dessen, was den Anderen zu bestimmten Handlungen und Meinungen bewegt. Erst wenn ich mich ganz in die Situation des Gegenübers einfühle, aus seinem Blickwinkel die Welt sehe, wird mir klar, warum dieser Mensch so ist wie er ist. Wenn wir uns auf dieser Ebene berühren, können wir eine tiefere Verbindung spüren, in der sich Nähe frei anfühlt.

Empathie lebt vom Fließen der Energie und Achtsamkeit fördert diese Qualität. Wenn Sie merken es wird zäh oder anstrengend, überprüfen Sie Ihre „innere Absicht“. Haben Sie zu große Erwartungen an Ihr Gegenüber? Wollen Sie, dass er sich in einer ganz bestimmten Art und Weise verhält, damit Sie es evtl. leichter haben? Möchten Sie ihn irgendwo hin drängen, wo er vielleicht gar nicht ist? Sind Sie vielleicht ungeduldig oder manipulativ? Erst wenn Sie mit sich in Kontakt sind, können Sie auch bei ihrem Gegenüber sein.

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